2. Deutscher Interoperabilitätstag und gemeinsame Jahrestagung von HL7 und IHE Deutschland 18.-20. Oktober 2017 im Kongresszentrum Westfalenhallen Dortmund

IHE und HL7 – Standards für Versorgung und Forschung

Die Brückenfunktion der HL7- und IHE-Standards für Versorgung und Forschung stand in diesem Jahr ganz im Vordergrund der gemeinsamen Jahrestagung, die diesmal vom 18.-20. Oktober 2017 im Kongresszentrum Westfalenhallen Dortmund stattfand. Und wir erweiterten unsere Zusammenarbeit noch mehr als bisher: die Jahrestagung fand in Verbindung mit dem zweiten "Deutschen Interoperabilitätstag" (DIT) statt.

Deutscher Interoperabilitätstag

Nach erfolgreicher Premiere im Rahmen des europäischen IHE-Connectathons 2016 in Bochum wurde der „Deutsche Interoperabilitätstag“ fortgesetzt. Denn noch immer gilt: eine bessere medizinische Versorgung verlangt nach Interoperabilität. Unter dem Motto „Perspektiven für Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen“ diskutierten am 18. Oktober 2017 in Dortmund führende Persönlichkeiten aus Politik und Selbstverwaltung, Anwender im Gesundheitswesen sowie Vertreter der Industrie über ihre Ansätze zur Schaffung von Interoperabilität im Gesundheitswesen. Die Teilnehmenden konnten Vorträgen zu den Themen elektronische Akten, Standards in Deutschland, personalisierte Medizin und klinische Register folgen.

Die Veranstalter dieses Fachkongresses, der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., HL7 Deutschland e.V., IHE-Deutschland e.V. und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH, sehen auf eine erfolgreiche Kombination des „DIT“ mit der HL7/IHE-Jahrestagung zurück.

Gemeinsame Jahrestagung von HL7 und IHE

Während der "DIT" vorzugsweise Strategien und politische Aspekte beleuchtete, sollten auf der Jahrestagung wie gewohnt vor allem praktische Erfahrungen und technische Standard-Lösungen im Mittelpunkt stehen. Damit adressierten wir Software-Ingenieure in Unternehmen, Produktmanager und Vertriebsleiter, Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten, Krankenhaus-IT-Mitarbeiter, Wissenschaftler/Forscher, Berater/Strategen und Organisationen der Selbstverwaltung und auch das Bundesministerium für Gesundheit.

Am Workshop-Tag dem 19. Oktober, fanden Vorträge und Diskussionen statt. Thematisiert wurden praktische Aspekte und Lösungen zu elektronischen Patientenakten, besprochen wurden vorhandene und neue Standards von HL7 und IHE in Deutschland und auch die Personalisierte Medizin in der Versorgung und Forschung, Notfalldaten und Klinische Register sind im Fokus der Jahrestagung.

Das Programm und Vorträge:

09:00-09:30 Empfang

09:30-11:00 Elektronische Patientenakten

 Elektronisches Patientendossier im Aufbau – Rückblick auf den ersten Projektathon – Oliver Egger, ahdis GmbH (Zürich, Schweiz)

 Koexistenzmodelle von Gesundheitsakten im IHE-Kontext – Dr. Thies Eggers, fbeta GmbH (Berlin)

 Praktische Erfahrungen mit der Nutzung von IHE-Profilen im Universitätsklinikum Jena im Bereich der Versorgung – Andreas Henkel, Danny Ammon, Universitätsklinikum Jena

 Umgang mit multiplen IHE Affinity Domains bei der Einbindung des mündigen Bürgers und Patienten in Prozesse des Gesundheitswesens – Dr. Oliver Heinze, Universitätsklinikum Heidelberg

 IHE-konforme Archivierung – Dr. Carl Dujat, promedtheus AG (Erkelenz)

Wrap-up zum Themenblock "Elektronische Patientenakten"

11:00-11:30 Pause

11:30-12:45 Standards in Deutschland

 Semantische Standards: SNOMED, LOINC, IDMP/EDQM und die Anwendung im Medikationsplan PLUS – Lasse van de Sand, Hochschule Niederrhein (Krefeld)

 Value Sets für Metadaten in IHE XDS – Dr. Frank Oemig Deutsche Telekom Healthcare and Security Solutions GmbH (Bonn) und Tarik Idris, InterComponentWare AG (Walldorf)

 FHIR Community und Basis-Profilierung – Simone Heckmann, Health-Comm GmbH (München), Gefyra GmbH (Hürth)

 Sicher FHIR: OAuth2 und OpenID Connect – Ingo Wolf, gematik GmbH (Berlin)

 Planungsunterstützung für IHE-konforme Anwendungssysteme: Das 3LGM2IHE Projekt stellt sich vor – Sebastian Stäubert, IMISE - Universität Leipzig und Dr. Angela Merzweiler, IHE Deutschland (Berlin)

12:45-14:15 Mittagspause

14:15-15:00 Kurzvorträge zum Motto der Tagung: Up-to-speed-Überblicke

 Versorgung im Notfall: Ausblick und Lösungen mit FHIR für Notfalldaten im Argonaut Projekt – Simone Heckmann, Health-Comm GmbH (München), Gefyra GmbH (Hürth)

 Die neue "International Patient Summary" (IPS) – Dr. Christof Geßner, gematik GmbH (Berlin)

 Genomic Testing Report in HL7 mit CDA und FHIR – Elisabeth Pantazoglou, Hochschule Niederrhein (Krefeld)

 Das Notaufnahmeregister im AKTIN-Projekt – Prof. Dr. Rainer Röhrig, Universität Oldenburg

 Update vom Update: was das eHealth-Gesetz II wollen sollte – Dr. Kai U. Heitmann, HL7 Deutschland (Köln, Berlin)

15:00-15:35 Personalisierte Medizin in der Versorgung und Forschung I

 Auf dem Weg zur Personalisierten Medizin: was müssen Elektronische Patientenakten können? – Prof. Dr. Bernd Blobel (Magdeburg)

 MI-Initiative: Interoperabilitätsdaten mit OMOP – Christian Maier, Friedrich-Alexander-Universität (Erlangen/Nürnberg)

15:35-16:00 Pause

16:00-16:45 Personalisierte Medizin in der Versorgung und Forschung II

 Der Anatomic Pathology Structured Report 2.0 auf der Zielgeraden – Prof. Dr. Gunter Haroske, Bundesverband Deutscher Pathologen (Berlin)

 Implementierung Krebsregister – Tobias Hartz, Ärztekammer Niedersachsen (Hannover)

 Praktische Erfahrungen mit der Nutzung von IHE-Profilen im Universitätsklinikum Jena im Bereich der Forschung/Erprobung – Dr. Danny Ammon, Universitätsklinikum Jena

16:45–17:00 Abschlussdiskussion

Dieser Donnerstag wurde eingerahmt von den technisch orientierten Tutorials am Mittwoch, 18. Oktober, parallel zum "DIT", und am Freitag. Die Tutorials am Mittwoch:

  • „FHIR für Programmierer“ mit Simone Heckmann, Stefan Lang und Patrick Werner
  • „Patientenspezifische Einwilligungen mit APPC (Advance Patient Privacy Consents)“ mit Tarik Idris.

Am Freitagvormittag, 20. Oktober, gab es nach der Mitgliederversammlung von IHE ein weiteres Tutorial:

  • „SNOMED CT – Praktischer Einsatz in Projekten und Tooling mit ART-DECOR®“ mit Sylvia Thun, Kai U. Heitmann und Mitarbeitern
  • ein KDL-Anwendertreffen.

Eine gemeinsame Abendveranstaltung am ersten Kongresstag (18. Oktober) bot die perfekte Networking-Plattform für alle Teilnehmenden des DIT. Mitgliederversammlungen am 19. Oktober (HL7) und 20. Oktober (IHE) sowie eine Abendveranstaltung am 19. Oktober für alle Teilnehmer der Jahrestagung ergänzten das Programm.